zurück aus Istanbul

Ich bin wieder aus Istanbul zurück, wo ich die letzten 8 Tage verbracht habe. Es war wunderschön; perfektes Wetter, jede Menge Action und dazu auch noch alte Freunde besucht.

Es war nicht meine erste Reise nach Istanbul, denn früher als ich noch auf den Kreuzfahrtschiffen arbeitete, waren wir öfters dort.  Aber ich war noch nie so lange an einem Stück in der schönen Stadt und somit konnte ich diesmal wirklich in Ruhe alles besichtigen, was mich interessierte. Ich könnte mir gut vorstellen, in Istanbul zu leben.

Wenn man in Dubai lebt und dann in Istanbul Urlaub macht, fallen einem allerlei Sachen auf….

  • Die Anzahl der großen und historischen Moscheen ist überwältigend und der türkische Akzent der Muezzine ist wirklich eine Attraktion für sich. (Der Gebetsruf erfolgt ja immer auf Arabisch)
  • Es gibt jede Menge junger Menschen in den Straßen; viele davon sind leider arbeitslos. Man sieht überall Menschen, die versuchen, durch Straßenjobs zu überleben (Verkaufen von selbstgemachtem Tee oder Snacks, Schuhputzer, selbstgemachte Souvenirs etc.)
  • Es gibt viel weniger dicke Menschen, als bei uns in Dubai. Dies liegt sicherlich auch daran, daß man in Istanbul vieles zu Fuß erledigen kann und man oft stundenlang in der Stadt rummarschiert, ohne es zu bemerken. Man verbringt, verglichen mit Dubai, sehr viel Zeit an der frischen Luft. In Istanbul kann man Stöckelschuhe im Alltag vergessen…
  • Mir ist auch aufgefallen, daß enorm viele Menschen rauchen.
  • Taxifahrer scheinen alle Diebe zu sein….. :-)
  • Die Anzahl Touristen bei den Sehenswürdigkeiten ist enorm. Manchmal steht man stundenlang für eine Eintrittskarte an. In den VAE sind wir noch weit von solchem Andrang entfernt.
  • Weil der emiratische Dirham an den Dollar gekoppelt ist und der Dollar im Vergleich zur türkischen Lira fast nichts wert ist, sind die Preise (wenn AED in YTL getauscht) enorm teuer. Der Dirham geht wirklich langsam den Bach runter.
  • Istanbul hat viele Paradoxe…zwischen Schwulenbars und Pubs befindet sich auch gerne eine Moschee. Ich war z.B. an einer Hochzeit, wo die Gesellschaft in einem Pub feierte. Die Braut mitsamt Schleier meinte zu mir: „You know we are modern.“
  • Die osmanische Geschichte und die Paläste und Gebäude der Sultane sind überwältigend. Als ich in Istanbul war, ist zudem der Enkel des letzten Sultans gestorben (der eigentlich in Manhattan lebte) und bei der Blauen Moschee beerdigt wurde.

Was mir aber am meisten zu denken gab, ist daß noch vor 80 Jahren die Sultane in diesen Palästen lebten. 80 Jahre! Das ist ja keine Zeit! Wer hätte gedacht, daß sie ins Exil geschickt würden und daß heute Millionen von Touristen durch ihre Schlafzimmer pilgern? Viele der noch lebenden Mitglieder der osmanischen Herrscherfamilien leben in Europa und zwar total verarmt. Wer hätte gedacht, daß nach dem Exil der Sultane ein Land entstehen würde, das seinem Gründer den Namen gab? (Atatürk = Türkei) Wohlbemerkt, der Landesgründer der Türkei war kein Muslim. Nicht gewusst? Aber das ist nochmal ein anderes Thema.

Die große Frage ist: kann dies auch bei uns geschehen? Werden z.B. in 80 Jahren Millionen von Touristen durch die Paläste der emiratischen Herrscher pilgern? Die Herrscherfamilien werden total verarmt und staatenlos irgendwo in Europa leben? Ein neues Regime herrscht in den ehemaligen Emiraten und die Emirate werden umbenannt nach dem Namen des Revolutionärs. Ist dieses Szenario undenkbar? Ich weiß es nicht. Zumindest weiß ich, daß es auch vor 80 Jahren undenkbar war, daß das osmanische Reich einmal nicht mehr sein würde und sich keiner mehr an die Namen der Sultane erinnern würde….

Anyway! Genug geblabbert. Hier einige Fotos!

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