Wirtschaft und Erdöl

Die VAE gehören zu den ölreichsten Staaten der Erde. Das BIP pro Kopf gehört ebenfalls zu den höchsten weltweit. Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Emiraten sind beträchtlich, da nur drei der sieben Emirate Erdöl fördern. Arbeitslosigkeit gibt es unter Ausländern (80% der Bevölkerung) nicht, da man ohne Arbeit gar kein Aufenthaltsvisum erhalten kann. Es wird jedoch von einer steigenden Arbeitslosigkeit unter der einheimischen Bevölkerung ausgegangen.

Aufgrund der ungleich verteilten Erdöl- und Erdgasvorkommen in den einzelnen Emiraten wird auf der Ebene der Staatseinnahmen der VAE ein solidarischer Einkommensausgleich praktiziert. In Abstufung fließt das Geld von reicheren Emiraten wie Abu Dhabi in wirtschaftlich benachteiligte und rohstoffarme Gebiete, um eine gleichmäßige ökonomische Entwicklung zu gewährleisten.

Obwohl die VAE immer weniger auf Einnahmen aus der Öl- und Gasproduktion angewiesen sind, spielen die diesbezüglichen Exporte noch eine große Rolle, besonders in Abu Dhabi. Ein Bauboom, eine expandierende verarbeitende Wirtschaft und ein blühender Handels- und Dienstleistungssektor helfen den VAE, ihre Wirtschaft zu diversifizieren. Die jährliche Fördermenge des Emirates Abu Dhabi liegt bei mehr als 800 Millionen Barrel. Diese Menge entspricht ca. 10 % der OPEC-Produktion. Gleichzeitig verfügt Abu Dhabi über ca. 95 % der Gasreserven der VAE (ca. 2850 Mrd. m³). Die Emirate weisen nach Russland, Iran und Katar, die viertgrößten Gasreserven der Welt auf.

Fertigerzeugnisse, Maschinen, Schmuck/Gold und Transportequipment machen zusammen 80 % der Importe aus. Hauptlieferanten sind China, Indien, Japan, Deutschland, Frankreich, die USA, die Republik Korea und Italien. Zu den Exportprodukten der VAE zählen in erster Linie Rohöl, Gas und Derivate als auch Re-Exporte. Exportabnehmer sind hauptsächlich Japan, Korea, Thailand, Iran, England, Indien, Pakistan und Singapur.

Die größte Investitionsbehörde der VAE, die Abu Dhabi Investment Authority (ADIA), verwaltet zirka 360 Mrd. U$ in Auslandsinvestitionen und hat zirka 900 Mrd. U$ in Anlagen. Abu Dhabi fördert mit Abstand die größten Mengen Erdöl und Erdgas; es folgen Dubai und Sharjah. Abgesehen von der Erdöl- und Erdgasverarbeitung gibt es Aluminiumproduktion (mit Erdgas als Energiebasis), Herstellung von Düngemitteln, Zement und anderen Baustoffen sowie Metallverarbeitung.

Es gibt (außer in den Freihandelszonen) einen generellen Importzoll von 5 %; für bestimmte Warengruppen gelten Ausnahmen. Die nicht-erdölfördernden Emirate setzen auf Handel und in den letzten Jahren verstärkt auf den Tourismus.

In den VAE gibt es generell keine Steuern – weder für Firmen noch für Privatleute. Die Emirate sind eines der wenigen verbleibenden Steuerparadiese der Welt.

In Dubai gibt es nur vier Ölfelder. Sie befinden sich im Arabischen Golf, ca. 60 km vor der Küste der Stadt. Namentlich sind es: Fateh (1966), Südwest Fateh (1970), Faleh (1972) und Raschid (1973). An Land gibt es nur ein einziges Gasfeld, das sich in Margham befindet. In Dubai machen die Erdöleinnahmen heute bloß noch 8 % des Bruttosozialproduktes aus. 2011 kostete ein Liter Benzin in Dubai AED 1,72 (ca. 34 cents Euro). Dubai baut wirtschaftlich gesehen auf Handel, Finanzwesen, Industrie und Tourismus.

 

Landwirtschaft und Fischerei

Die Landwirtschaft gehört hierzulande zu den jüngsten Wirtschaftszweigen, da es vor dem Ölboom fast keinerlei Bebauung gab. Das Wasser war Mangelware und somit war man auf den Import von Gütern durch Händler angewiesen. Um den derzeitigen Wasserhaushalt für die Landwirtschaft zu verbessern, wurden Dutzende von Dämmen vom zuständigen Ministerium gebaut. Diese Dämme werden ausschließlich für Bewässerungszwecke eingesetzt. Sie sammeln das kostbare Regenwasser und schützen gleichzeitig vor den Überflutungen der Täler. Ein Hektar Farmland in den VAE verbraucht bis zu 31 000 Liter Wasser am Tag.

Die Hauptanbaugebiete in den Emiraten sind Digdaga (Ras-al-Khaimah), Falaj al Mualla (Umm al Quwein), Dhaid (Sharjah), Fujairah, Al Awir (Dubai), Al Ain und Liwa. Gemäβ den Richtlinien des Präsidenten hat man einen Entwicklungsplan für verwüstete Gegenden geschaffen. Im Emirat Abu Dhabi wurden zahlreiche Farmen in Liwa, Ghiyathi und Bida Zayed erschaffen, die an die einheimische Bevölkerung verschenkt wurden. In der Gegend von Ajaban wurde ein 30 km großes Stück Wüste in kultivierbares Land umgewandelt. Es entstanden 3000 Farmen. Bisher wurden landesweit rund 20000 Farmen an Einheimische verschenkt. Die Farmen werden u.a. auch zur Tierhaltung genutzt.

Die Bauern werden finanziell und materiell vom Landwirtschaftsministerium unterstützt. Das Ministerium bietet neuen Farmbesitzern das kostenlose Ausheben von Quellen an und stellt ihnen Wasserpumpen zur Verfügung.

Unter den Gemüsearten und Früchten werden vor allem Datteln, Zitrusfrüchte, Mangos, Tomaten, Erdbeeren, Sellerie, Kartoffeln, Gurken, Salat, Melonen und Futtergetreide angebaut. Die meisten Gemüse und Früchte werden für den lokalen Markt produziert. Darüber hinaus werden aber auch einige Sorten exportiert. Auf den einheimischen Märkten werden viele importierte Obst- und Gemüsearten angeboten. Diese stammen meistens aus Indien oder aus dem Iran.

Vor dem Ölboom gehörte die Fischerei zu den erwerbsträchtigsten Industrien nach dem Perlentauchen. Die Fischindustrie in den Emiraten ist heute die viertgrößte in der arabischen Welt. Im ganzen Land sind 7500 Fischerboote und ca. 19 000 Fischer aus 20 Häfen registriert. Diese fangen jährlich ca. 120 000 Tonnen Fisch.

Die warmen Gewässer des Arabischen Golfs ermöglichen das ganzjährige Fischen.