Kohle, Kunst und Kriminalität

Ich kann mich noch gut an die Nachrichten im Oktober 2007 erinnern. Dubais Polizei hatte einen Geldwäschering aufgedeckt und dabei 48 Personen festgenommen. Während 16 Monaten hatten diese gemeinsam 18 Milliarden AED gewaschen (ca. 5 Milliarden U$).

Die erste Frage, die sich einem stellt ist: Wie konnte so viel Cash überhaupt ins Land geschmuggelt werden? Aber das ist ein komplett anderes Thema.

Stellen Sie sich vor, daß Sie eine von den 48 Personen seien. Im kommenden Jahr sollen Sie die Portokasse von 2 Milliarden AED waschen. Wo würden Sie anfangen? Es gibt nicht viele Geschäfte, wo man in Millionenhöhe und in BAR einkaufen kann, ohne daß man aufgehalten oder gemeldet wird. OK, bis vor einigen Jahren konnte man in Dubai alle Immobilien in BAR kaufen. Aber das ist auch schon passé. Wie wäre es mit Gold und Diamanten? Ich glaube, daß man im Goldsouk ein paar Hundert Tausend loswerden kann, aber ich denke nicht, daß bei Millionenbeträgen keiner Verdacht schöpft.

Einer der Orte um sein Geld zu waschen, sind Auktionshäuser für Kunst. Allem voran kann man dort mit Bargeld bezahlen. Zudem ist es komplett anonym – man kann sogar per Telefon mitbieten. Bequemer geht’s nicht. Geldwaschen durch Kunst ist auch äußerst praktisch. Man kauft ein Objekt, schließt es irgendwo in einen Safe und verkauft es dann munter unter seinen Geldwäschefreunden weiter. A verkauft an B für 5 Millionen und B verkauft zurueck an A für 10 Millionen – und so weiter und so fort. Das Objekt selbst bleibt derweilen aber immer am selben Ort.

In den VAE gab es bis vor 5 Jahren noch absolut KEINEN Kunstmarkt. Wie kann es sein, daß hier Gemälde und Fotos von total unbekannten Künstlern in absurder Millionenhöhe verkauft werden? Bei jeder Auktion werden neue Rekord-Verkaufszahlen gemeldet. Bei der letzten Christies Auktion im Mai wurde für 20 Millionen U$ verkauft. Letzten Oktober hat Christies im Emirates Palace in Abu Dhabi Kunstobjekte im Wert von 350 Millionen U$ vorgestellt.

Wer waren die Käufer?

In den Emiraten gibt es ein Anti-Geldwäsche-Komitee. Ich weiß nicht, wo die sich verstecken aber ich denke, daß sie ab und zu an einer Kunstauktion teilnehmen sollten.

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