Interview: Fritz Egner

Der prominente Showmaster Fritz Egner, der Millionen von TV-Zuschauern durch Sendungen wie „Dingsda“ und seit 1996 durch die Sendung „www – die witzigsten Werbespots der Welt“ bekannt ist, drehte kürzlich für weitere Folgen dieser SAT1-Sendung in Dubai. Bereits 2002 wurden einige Folgen für die witzigsten Werbespots der Welt in Dubai gedreht. Wir freuten uns sehr darüber, dass er uns nach Drehschluss die Gelegenheit zu diesem Interview gab.

War es Ihre Idee in Dubai zu drehen und weshalb fiel die Wahl auf Dubai? Ehrlich gesagt wusste ich vor meinen ersten Drehaufnahmen vor Ort gar nichts über Dubai. Als mir der Vorschlag gemacht wurde, nach Barcelona, Lissabon und Miami auch in Dubai zu drehen, war ich zunächst eher skeptisch. Ich war jedoch neugierig auf die Destination und generell interessiert an diesem Vorschlag. Bereits am ersten Tag meines Aufenthalts war ich völlig verzaubert von diesem Emirat und fest überzeugt davon, dass Dubai der richtige Drehort für diese Sendung ist. Meine vorherige Unwissenheit ist nun einer Liebe zu diesem Ort gewichen und dem Wunsch, hier mehr Zeit zu verbringen. Auf ein so innovatives und visionäres Umfeld wie hier, bin ich bisher nirgendwo anders gestoßen.

Welches Feedback hatten Sie hinsichtlich Dubai nach der Ausstrahlung der letzten Folgen, die hier gedreht wurden? Die Presse meinte zum Drehort Dubai, dass ich mir für die Aufnahmen stets die schönsten Orte der Welt aussuche, obwohl die Stadt ja international noch nicht so renommiert ist, wie andere Metropolen. Auch meine Freunde und Bekannte haben mich nach Rückkehr zu meinem Aufenthalt befragt. Ich habe ihnen dann empfohlen selbst hierher zu reisen, um sich vor Ort und Stelle ein Bild machen zu können. Anschließend lud ich Freunde und Geschäftspartner zu gemeinsamen Reisen nach Dubai ein. Sie waren ausnahmslos begeistert und wollen zukünftig selbst mehr Zeit hier verbringen. Dabei ist auch bemerkenswert, dass fast alle hier Immobilien erworben haben. Dies ist ein eindeutiger Beweis dafür, wie schnell man sich hier wohl fühlt. Dubai ist zwar sehr modern, aber trotzdem keine Imitation westlicher Länder. Es ist eine innovative und interessante Region, gekennzeichnet von einer individuellen Identität.

In Dubai steigt das Thermometer momentan bis auf 42° Celsius. Wie arbeitet es sich in dieser Hitze, oder dreht ihr mehrheitlich im Innern? Diesmal wurden zwei Drittel der Aufnahmen im Innern abgewickelt, weil es hier ja auch hinsichtlich Innenarchitektur unglaublich schöne Bauwerke gibt. Natürlich ist es für uns angenehmer, in klimatisierten Räumen zu arbeiten. Aber wir haben auch schon in Nevada bei 42° gedreht. Die hohe Luftfeuchtigkeit in Dubai stellt für uns eine zusätzliche Herausforderung dar. Aber ich kann inzwischen schon einiges aushalten…!

Wissen Sie bereits, wann die in Dubai gedrehten Folgen ausgestrahlt werden? Das genaue Datum kenne ich noch nicht, aber ich gehe davon aus, dass diese im Herbst 2004 ausgestrahlt werden. Da die Sendungen von „www“ sehr beliebt sind, werden sie meistens drei- bis viermal im Jahr wiederholt so dass auch momentan wieder Folgen von unserem letzten Dreh in Dubai ausgestrahlt werden. Ich weiß es oft selbst nicht, wenn Wiederholungen ausgestrahlt werden, bis ich jeweils gefragt werde, ob ich schon wieder in Dubai war!

In den Emiraten gibt es eine ziemlich große deutschsprachige Gemeinde und auch zahlreiche Touristen aus dem deutschsprachigen Raum. Werden Sie in Dubai erkannt und angesprochen? Selbstverständlich werde ich ab und zu erkannt und angesprochen und manchmal selbst von Menschen, von denen ich nie erwartet hätte, dass sie mich kennen. In Dubai leben ja auch viele Einwohner, die einmal eine Zeit lang im deutschen Raum gearbeitet haben. Ich bin nun ja schon bereits seit 25 Jahren in der TV-Branche, was natürlich einen gewissen Bekanntheitsgrad zur Folge hat.

Seit Beginn von „www“ habt ihr Tausende von lustigen Werbespots ausgestrahlt. Befanden sich darunter auch schon mal welche aus dem arabischen Raum? Ja es gab sogar einmal einen ziemlich lustigen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wir senden auch immer wieder Werbespots aus dem Libanon, aus Marokko oder aus anderen islamischen Ländern. Die Werbung in diesen Ländern ist anders, vermittelt aber – ganz im Sinne der Sendung – die kulturelle Vielfalt dieser Welt.

Wie gelangt ihr immer wieder an neue Werbespots aus aller Welt? Werden sie an euch herangetragen oder recherchiert euer Team mehrheitlich selbst? Es gibt ein Team, das jeweils zu den großen Werbefestivals fährt um sich dort die Spots anzuschauen und auch gleich die entsprechenden Rechte zu erwerben. Während unserer mittlerweile fast zehnjährigen Arbeit mit Werbespots, konnten wir aber auch so gute Kontakte in der Branche aufbauen, dass uns inzwischen spontan zahlreiche Spots zugeschickt werden. Die Auswahl der Spots stellt dennoch eine umfassende Recherchearbeit dar, die von rund zehn Personen bewältigt wird.

Dubai TV strahlt weltweit über mehrere Satellitenkanäle aus. Kennen Sie einige der bekannten Werbespots von Dubai? Man kennt die Spots, die zum Beispiel auf CNN oder BBC laufen, die mehrheitlich für Dubai als Reiseziel werben. Aber ansonsten kenne ich eigentlich keine. Die arabischsprachigen Sender werden ja in Europa weniger verfolgt.

Haben Sie als prominente Persönlichkeit dank Ihrer Tätigkeit in Dubai auch weitere Prominenz dazu motiviert, in den Emiraten zu drehen oder hier Urlaub zu machen? Ja auf jeden Fall. Viele waren schon vor Ort und alle wollen hier, geschäftlich als auch privat, mehr Zeit verbringen.

Sie sind nicht nur als Showmaster bekannt sondern moderieren auch Radio-Sendungen. War Dubai auch schon ein Thema bei diesen Radio-Sendungen? Nein, die Sendungen befassen sich mit Musik und Musikchronik, da spielte Dubai bisher keine Rolle. Wenn ich jeweils in Dubai bin, höre ich aber oft und gerne das hiesige Radioprogramm. Selbst im TV bleibe ich oft beim Sender mit den arabischen Musikclips hängen. Der arabische Beat ist einfach ergreifend und verführerisch. Die Kombination der Rhythmen mit Perkussion, Violinen und arabischem Gesang finde ich faszinierend.

Im Interview mit der örtlichen Tageszeitung „Khaleej Times“ erwähnten Sie, dass Sie seit Ihrem ersten Besuch von Dubai mehrmals privat hier Urlaub gemacht haben und sogar eine Immobile hier erworben haben. Könnten Sie sich vorstellen einmal in Dubai zu leben und zu arbeiten? Sehr gut sogar! Heutzutage ist man ja nicht mehr so ortsgebunden, man kann seine Arbeit von überall her verrichten. Sollte ich mal wählen können, dann werde ich gerne von Dubai aus meine Arbeit erledigen und einen Großteil des Jahres hier verbringen.

Haben Sie in Dubai die Gelegenheit und Zeit dazu, persönliche Freundschaften mit Einheimischen zu schließen? Zeit ist immer ein wenig Mangelware…aber ich habe schon Freundschaften aufbauen können, zum Beispiel mit Hamad Mohammed bin Mejren von Dubais Amt für Tourismus und kommerzielles Marketing. Die Menschen hier sind überhaupt sehr kontaktfreudig.

Inwiefern haben Ihre Aufenthalte in Dubai Ihre Auffassung und Ihr Verständnis von der islamischen Religion und Kultur beeinflusst? Ganz nachhaltig. Dubai gilt dabei auch als Insel der offenen Form des Islams, zu dem Europäer einen leichteren Zugang finden. Jetzt wo ich in der Region tätig bin und mit den Menschen hier in Kontakt bin, wurde vor allem das Interesse am Islam in mir geweckt. Man möchte mehr zu diesem Thema wissen. Ich habe mir sogar Bücher gekauft und beginne jetzt damit, meine islamischen Kenntnisse zu vertiefen. Der Islam, der ja auch eine Weltreligion ist, interessiert mich sehr. In Europa tun wir für das interreligiöse Verständnis viel zu wenig, aber ohne dieses, können wir in der Welt keinen Frieden finden.

Zum Abschluss möchten wir Sie noch bitten, die folgenden Sätze für uns zu vervollständigen:

Dubai muss man gesehen haben, weil………… …es einmalig ist und für lange Zeit einmalig bleiben wird.

Der inspirierendste Ort in Dubai ist für mich…… …die Altstadt.

Die Menschen in Dubai sind………… …aufgeschlossen und offen, ohne dabei ihre Traditionen und ihr Kulturerbe zu vernachlässigen.

Das witzigste, was mir in Dubai passiert ist, war………… …als mich im Goldsouk ein Verkäufer unerwartet und in sehr gutem Deutsch angesprochen hat, weil er jahrelang in Deutschland gelebt hat.

Meine arabische Lieblings-Mahlzeit ist………….. …Lammgerichte!

Das erste arabische Wort, das ich gelernt habe war………… …Salamu Alaykum!

In Dubai fühle ich mich……….. …außerordentlich wohl und geborgen!

verfasst von

Weitere Artikel zum Thema:

Kommentar hinterlegen

Möchtest du deine Meinung loswerden?
Hinterlasse einen Kommentar!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>